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Auf einen Blick

Sieben kirchliche Friedhöfe: Der Ev.-Luth. Kirchenkreis Altholstein ist Träger dieser Oasen der Ruhe in Kiel.

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Geschichte des Parkfriedhofs Eichhof

Entstehung

Am 5. Juli 1900 weihte der Kieler Propst Wilhelm Becker den Eichhof am Rande Kiels ein - streng genommen liegt der Parkfriedhof bereits in Kronshagen. Ein Bauernhof mit Weiden und einer Ziegelei standen zuvor an seiner Stelle. Unübersichtlich ist, wer seinerzeit die Pläne für die Anlage entworfen hat. Mögliche Urheber sind die Gartenarchitekten Paetz, Herrmann Cordes oder Egon Petzke.

Der Eichhof ist einer vor mehreren Friedhöfen, die im ausgehenden 19. Jahrhundert in Kiel angelegt worden sind. Die Bevölkerungszahlen wuchsen während der Kaiserzeit rapide, die bisherigen Begräbnisplätze reichten nicht mehr aus. Die prächtige Friedhofskapelle auf dem Eichhof wurde im Dezember 1900 ihrer Bestimmung übergeben. Im Zweiten Weltkrieg brannte sie bei der Bombardierung der Stadt aus und ist danach vereinfacht wieder aufgebaut worden.

 

Grabstätte Braker

An vielen Stellen lohnt es sich zwei Mal hinzusehen

Flora und Fauna

Mehr als 430 unterschiedliche Gehölze wachsen auf dem Eichhof. Darunter sind seltene Arten wie die Japanischen Kuchenbäume oder die Fuchsschwanzkiefern, welche eigentlich in Kalifornien heimisch sind. Die ältesten Bäume sind über 300 Jahre alte Steineichen, die noch aus den Zeiten stammen, als der Eichhof landwirtschaftlich genutzt wurde. Die abwechslungsreiche Flora zieht rund 80 verschiedene Singvogelarten an. Regelmäßig finden auf dem Parkfriedhof naturkundliche Führungen statt.

Besondere Grabstätten

Im Gegensatz zum Südfriedhof sind Mausoleen und private Grabkapellen auf dem Eichhof eher selten. Eine Ausnahme ist das Mausoleum der Familie Martius, das während des Ersten Weltkriegs entstand. Den Toten der politischen Unruhen zu Beginn der Weimarer Republik ist die "Ruhestätte der Opfer der Revolution" gewidmet. Sie kamen beim Kapp-Putsch im Jahr 1920 ums Leben, beim Spartakusaufstand 1919 und in den Revolutionswirren im November 1918. Ein Denkmal im Südwesten des Friedhofs erinnert an die Opfer der Luftangriffe auf Kiel während des Zweiten Weltkriegs. Die Inschrift erzählt von 2835 Menschen, darunter viele ausländische Zwangsarbeiter, die im Bombenhagel starben.

Das Erbe des St. Jürgen-Friedhofs

Als 1954 der St. Jürgen-Friedhof nahe des Kieler Hauptbahnhofs eingeebnet wurde um dem Sophienblatt Platz zu machen, stellte man 64 seiner wertvollen Grabmale auf dem Eichhof auf - auf dem Vorplatz der Friedhofskapelle. Darunter ist der Stein des Komponisten Carl Loewe sowie das gemeinsame Grabmal des dänischen Dichters Jens Bagensen und seines Freundes, des Philosophen Karl Leonard Reinhold. Unter dem Rasen vor der Kapelle befindet sich auch die Sammelruhestätte für die umgebetteten Gebeine des St. Jürgen-Friedhofs.

Bekannte Persönlichkeiten

Der prominente Kieler Medizinprofessor Friedrich von Esmarch hat sich mit einer Kapelle aus Backsteinen verewigt. Weniger pompös, aber nicht minder bedeutend sind die Gräber des ehemaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Gerhard Stoltenberg, von Hans Christian Asmussen, einem Kieler Propsten und Widerständler während des Dritten Reiches, vom Soziologen Ferdinand Tönnies und weiteren Persönlichkeiten.